Hitting the Road again...

USA Nordwesten – August 2014

Vor drei Monaten war ich im Südwesten Amerikas – jetzt nochmals über den großen Teich? Lange war ich unentschlossen, aber als meine Freundin B. zusagte, mitzukommen, stand der Entschluss fest. Also, Fahrtroute erstellen, Autos und Quartiere buchen – das alles erst Ende Juni. Das führte dazu, dass ich die Route mehrmals ein wenig korrigieren musste, weil Quartiere ausgebucht waren, aber als sie dann feststand, sah sie doch sehr interessant aus.

Samstag, 16. August 2014:


Der Flug erfolgt über Frankfurt nach Seattle. Ziemlich gerädert sind wir bei der Ankunft, wir finden den Shuttle-Bus aber recht rasch und treffen dann bald beim Edgewater Hotel ein: Ein recht nettes Hotel mit einer gemütlichen Lobby, das ganze Gebäude ruht auf Pfählen im Wasser. Es ist 15 Uhr nachmittags – für uns ja schon 24 Uhr - aber wir müssen einfach bis zum Abend durchhalten, sonst wird es problematisch mit der Zeitumstellung. Wir gehen den Pier entlang bis Miners Landing, durchstöbern ein paar Geschäfte und essen Lachs in Anthony‘s Fischrestaurant. Es ist sonnig und warm und das Licht am Pudget Sound ist wunderschön, aber wir können die Augen kaum mehr offen halten, also zurück zum Hotel und ab ins Traumland.

Sonntag, 17. August 2014:


Heute steht eine Stadtbesichtigung auf dem Programm. Erste Station ist der Pike Market, eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt. Dort haben noch nicht alle Stände geöffnet, wir gehen in eine Bäckerei und kaufen uns ein Frühstück. Das erste Frühstück der Reise – wie schön! Heute beginnt der Urlaub! Wir schlendern weiter zum Westlake Center. Von hier fahren die Amphibienfahrzeuge von „Ride the Ducks“ zum Union Lake ab. Das Fahrzeug ist originell, es ist zugleich Auto und Boot. Das Auditorium im Bus erhält vom Fahrer den Auftrag, jedes Mal, wenn eine Starbucks Filiale gesichtet wird – und davon gibt es 400 in Seattle! - „Coffee“ zu rufen – was die amerikanischen Touristen auch eifrig tun. Wir Europäer sind da ein wenig zurückhaltender. Am Union Lake hat man einen schönen Blick auf die Skyline der Stadt. Nachmittags treffen wir Freunde, die hier wohnen.

Montag, 18. August 2014:


Wir steuern das Seattle Center mit dem Hotelbus an und besuchen das Chihuly Glass and Garden Museum – umwerfend schön, märchenhaft! Wir können nicht genug davon bekommen, die Ausstellungstücke zu bewundern. In dunklen Räumen befinden sich phantastische Figuren in allen Farben, Kugeln, die sich im Boden spiegeln, Pflanzen aus Glas, ein Boot mit Glaskugeln beladen. Nachmittags schlendern wir zum Columbia House, dem höchsten Skyscraper in Seattle, 284 Meter hoch, wir fahren in den 73. Stock. Der Rundblick, den man von hier oben hat, ist einfach gigantisch. Wir schlendern zurück in Richtung Hotel, kommen nochmals beim Pike Market vorbei. Da uns das Chihuly Museum so gut gefiel, hatten wir schon vormittags beschlossen, am Abend wieder zu kommen. Mit dem Stempel auf der Hand, den wir am Vormittag erhielten, können wir nun ohne Bezahlung eintreten. Wir wollten v.a. den Garten beleuchtet sehen und so fahren wir mit dem Hotelshuttle um 20 Uhr wieder zum Seattle Center. Die Stimmung ist anders am Abend, fast mystisch und es sind nur wenige Leute hier.

Dienstag, 19. August 2014:


Heute starten wir schon um 8 Uhr zur Übernahme unseres Autos, die sich als problemlos gestaltet. Der freundliche Herr versucht nicht, mir eine zusätzliche Versicherung einreden zu wollen. In der Garage dann die große Überraschung: wir erhalten einen Dodge Journey, Hurra! Weiß und mit kalifornischen Kennzeichen! Viel Platz fürs Gepäck und bequem für uns! Ich starte mein neues Navi und innerhalb kurzer Zeit weiß dieses, dass wir nicht in Wien, sondern in Seattle sind. Also auf zum Großeinkauf! Wir fahren zum Downtown Target, der über 3. Stockwerke ausgebreitet ist, erstehen eine Kühlbox und alle sonstigen Dinge, die man am Anfang der Reise einkaufen muss, sowie Lebensmittel für die nächsten Tage. Aber nun geht’s richtig los: Auf zur Fähre! Jetzt beginnt die Reise erst richtig! Das Navi führt uns nicht zu der in unmittelbarer Nähe gelegenen Fähre nach Bainbridge Island, sondern nach Kingston. Auch gut, ist offenbar der kürzere Weg. Das Wetter ist großartig. Nach einer Dreiviertelstunde sind wir wieder an Land (Olympic Peninsula), In Port Gamble halten wir, eine sehr nette kleine Stadt und historische Station. Die Fahrt geht weiter, in Port Angeles trinken wir Kaffee beim Starbucks. Auf dem Hwy 101 geht es nun dahin, um 16.30 Uhr treffen wir bei der Crescent Lodge ein, inmitten des Olympic National Parks. Die Lodge liegt wunderschön am Crescent Lake, traumhaft! Wir spazieren auf dem Trail of Time durch den Märchenwald. Er ist so schön! Welche majestätische Ruhe liegt über dem Wald. Hohe Bäume umgeben uns, Flechten hängen überall herunter, hohe Farne, der Boden ist dicht bewachsen, so dicht, dass kaum das Erdreich zu sehen ist. Es ist schon später Nachmittag, der Wald wirkt immer geheimnisvoller, die Sonne dringt nur an einzelnen Stellen durch das Dickicht und malt goldene Flecken auf Äste, Farne oder Flechten. Abends sitzen wir bei Sturm vor dem Apartment bei Rotwein, Käse, Brot und Ananas.

Mittwoch, 20. August 2014:


Nach dem Frühstück auf dem Zimmer brechen wir auf zum Trail zu den Marymere Falls, der ja gleich hinter unserer Hütte beginnt. Der Wasserfall ist schön, hat aber leider nicht so viel Wasser – was ja normal ist zu dieser Jahreszeit. Der Weg geht durch traumhaften Märchenwald, noch sind wenige Leute unterwegs. Danach brechen wir auf zu den Sol Duc Falls. Eine 18 km lange Stichstraße geht links vom Hwy 101 ab durch wunderschönen Wald. Wir fahren zum Sol Duc Resort, wo es heiße Quellen gibt und entschließen uns, nach der Wanderung hierher zu kommen. Auch dieser Weg ist traumhaft und die Wasserfälle sind sehr schön, das Wasser zwängt sich durch eine Schlucht, links und rechts fast gerade Wände. Ein eigenartiger Wasserfall ist das, der Fluss kommt gerade und dann schießt das Wasser seitlich links in drei Wasserfällen hinunter in die Schlucht. Wir wandern zurück zum Parkplatz und gönnen uns einen Aufenthalt in den heißen Quellen. Wir genießen das warme Wasser, gegen 16 Uhr brechen wir auf und fahren die Stichstraße zurück und weiter in Richtung Forks. Etwa 15 Minuten vor Forks entdecken wir einen Picknickplatz, wo wir unser heutiges – spätes - Picknick einnehmen. Amerika, du großes weites Land, Du bist so schön! Forks ist eine kleine Stadt, in der die Serie Twilights spielte. Wir übernachten im Millers Inn Tree, eine hübsche Bed&Breakfast Pension. Abends sitzen auf der Veranda und trinken Bier, bis es uns zu kalt wird.

Donnerstag, 21. August 2014:


Um 7.30 Uhr gibt es Frühstück beim Hausherrn Bill und seiner Frau Susan, der Frühstücksraum ist mit viel Liebe gestaltet. Das Frühstück ist phantastisch und bringt unsere Zeitplanung gehörig durcheinander. Auch das Auto bekommt seine Nahrung bei der nahegelegenen Tankstelle und dann geht es los in Richtung Süden. Wir fahren die Stichstraße zum Hoh Rain Forest, wo wir den Hall of Mosses Trail gehen. Umwerfend! Würde ich das im Fernsehen sehen, würde ich es für eine Computeranimation halten. Kein Millimeter des Bodens ist unbedeckt, Moose bedecken die Bäume, die Stämme und das tote Holz. Phantastische Figuren, in die man Tiere und Personen interpretieren kann. Wir sind total hingerissen und können uns kaum trennen von diesem Ort. Aber es geht weiter: Wir fahren die 18 Meilen zurück zur US 101 und erreichen Ruby Beach, wo leider keine Ebbe ist und somit gibt es keine Tidepools. Bei der Kaloloch Lodge machen wir unser Picknick. Weiter geht es, ich biege in die Quinault North Shore ein, wo wir bis zur Ranger Station fahren. Dort erzählt uns eine Dame über die Familie Kestner, die aus Österreich kam und hier 1891 ihre Homestead baute, die heute noch existiert. Wir gehen den Trail dorthin, er führt durch wunderschönen Regenwald und wir sind völlig allein, insgesamt 2,5 km. Das Haus ist noch gut erhalten, auch wenn es schon lange verlassen ist. Da laut Angabe der Rangerin auf der Quinault Loop nicht mehr viel zu erwarten ist - außerdem wird sie ab hier zur gravel road - drehe ich um und fahre zur 101er und dann die
South Shore Street bis zur Lake Quinault Lodge. Ein imposanter Bau, sehr gediegen und gepflegt. Wir erhalten ein schönes Zimmer in einem Nebengebäude mit Blick zum See. Dann erkunden wir noch ein wenig die Gegend und trinken Bier auf der Terrasse der Lodge.

Freitag, 22. August 2014:


Wir befinden uns hier nahe der Küste und so liegt dichter Nebel am Morgen über dem See. Wir checken aus und machen uns auf den Weg zu den Merryman Falls auf der Quinault Loop. Noch ist niemand unterwegs, nur ein Rudel Hirsche äst in unmittelbarer Nähe der Häuser. Ich habe eine ungefähre Angabe, wo der Wasserfall zu finden ist, aber wir erwarten, dass es ohnehin eine Hinweistafel geben wird. Davon ist allerdings nichts zu sehen. Bald bricht die Sonne durch den Wald und wirft ihre Lichtstrahlen auf die Straße. Es ist wunderschön hier! Wir sind gefühlsmäßig schon viel zu weit gefahren, also drehe ich um – und siehe da, ich erblicke links der Straße den sehr hübschen Wasserfall! Jetzt wird es für uns Zeit, den Olympic Nationalpark zu verlassen – er hat uns sehr gut gefallen. Wir fahren weiter auf dem Hwy 101 und gelangen nach Aberdeen, wo wir unseren Einkauf in einem Safeway Supermarkt erledigen. Dann geht es weiter, ein Stück auf der Interstate 5. Eigentlich wollte ich bei Nisqually von der Autobahn runter, aber ich übersehe diese Ausfahrt, weil ich dem Navi folge – und auf den amerikanischen Straßen die Voranzeigen fehlen. Dann auf dem Hwy WA-7 vorbei am Alder Lake, in Elbe machen wir einen Stop. Hier gibt es die historische Mount Rainier Railway, die eben angekommen sein dürfte, es wimmelt von Leuten. Wir entdecken eine Kirche, die Deutsch beschriftet ist. Wir erfahren dann, dass die Stadt von deutschen Einwanderern gegründet wurde, in der Kirche wurde bis 1946 die Messe in Deutsch gelesen. Wir nehmen nun die Abzweigung nach Ashford und treffen um 16.30 Uhr beim Gateway Inn ein, wo wir eine nette und geräumige Cabin beziehen, die unmittelbar beim Eingang zum Mount Rainier National Park liegt. Der Mount Rainier National Park wurde im März 1899 gegründet, seine Berggletscher alleine bilden eine Gesamtfläche von 90 km². Es ist ja noch lange hell, also fahren wir in den Park, machen Picknick in Longmire und fahren dann noch weiter bis Paradise. Auf dem Weg passieren wir die wunderschönen Christine Falls. In Paradise stehen bedrohliche Gewitterwolken am Himmel, vom Mount Rainier sehen wir gar nichts. Die unzähligen Blumen haben ihre Blütenkelche geschlossen, zwei Rehe halten sich unmittelbar neben dem Wanderweg auf. Das drohende Gewitter mahnt uns, umzukehren. Wir sitzen noch lange vor unserer Cabin und lesen die Unterlagen zum Mount Rainier Nationalpark, die wir im Visitor Center in Paradise erhielten. Es gibt sogar ein deutsches Informationsblatt, auf dem ein 150 km langer Wanderweg als „angenehmer Spaziergang“ beschrieben wird. Wir lachen lange darüber und nach zwei Gläsern Rotwein wird das Ganze noch lustiger.

Samstag, 23. August 2014:


Um 7.30 Uhr brechen wir vom Gateway Inn auf, der Parkeingang liegt in unmittelbarer Nähe. Das Wetter verspricht, dass der Tag schön wird. Fahren durch bis Paradise und weiter zu den Reflection Lakes, wo wir zunächst völlig allein sind. Der Berg liegt gigantisch und majestätisch da, unbeschreiblich schön im Morgenlicht. Der Himmel ist wolkenlos und die Sonne strahlt vom Himmel. Wir gehen ein wenig entlang des Sees und in den Wald hinein, viele Blumen gibt es hier. Zurück beim Auto stellen wir fest, dass der Parkplatz nun schon voll geworden ist. Wir fahren weiter auf der Straße im Nationalpark, passieren Box Canyon. Der Benzinstand macht mir ein wenig Sorgen und so fahren wir zum Stevens Canyon Entrance nach Packwood, wo wir den Tank füllen. Dann zurück in den Park bis zum Chinook Pass in 1600 Meter, hier machen wir einen Rundgang um den Tipsoo Lake. Nun geht es zurück zum Stevens Canyon, wo wir den Grove of the Patriarchs Trail gehen, der entlang des smaragdfarbenen Ohanapecosh Creeks führt. Über eine Hängebrücke, auf der jeweils nur eine Person erlaubt ist, gelangt man zum Grove of the Monarchs. Insgesamt eine schöne Wanderung, die etwa eine Stunde dauerte. Auf dem Rückweg gehen wir noch zu den Narada Falls, die aber schon in tiefem Schatten liegen.

Sonntag, 24. August 2014:


Um 8.15 Uhr verlassen wir unsere schöne Hütte im Gateway Inn, fahren zunächst zurück über Ashford nach Elbe, dann auf der WA-7 in Richtung Süden. Es ist Sonntagmorgen und es gibt kaum Verkehr. Bei Morton Abzweigung Richtung Westen auf der WA-12 und dann geht es ein Stück auf der Interstate 5 südlich bis Castle Rock. Hier zweigen wir zum Mount St. Helens National Monument ab. Das Visitor Center befindet sich am Anfang der Straße beim Silver Lake. Wir holen uns hier Informationen und werden gebeten, sich ins Gästebuch einzutragen. Wir erfahren, dass im Vorjahr insgesamt 36 Österreicher (so wenige?) hier waren und fast 500 Besucher aus Deutschland. Unser Picknick machen wir beim Coldwater Lake und schließen eine kleine Wanderung an, (Birth of a Lake Trail), dieser See ist durch den Vulkanausbruch im Jahr 1980 entstanden. Dann fahren wir bis zum Endpunkt der Straße beim Johnston Ridge Observatorium. Der Film im Visitor Center ist sehr eindrucksvoll und informativ, erzählt detailliert über den Ausbruch, aber auch über das Leben hier danach, als Tiere, Pflanzen und Menschen zurückkehrten. Der Ausbruch des Vulkans Mount St. Helens hinterließ im Jahre 1980 eine Woge der Verwüstung. Die Spuren des Lavaflusses sehen wir heute noch deutlich und noch immer liegen Tausende Baumstämme wie Streichhölzer in der Gegend. Infolge eines Erdbebens der Stärke 5,1 auf der Richter Skala brach am 18. Mai 1980 morgens die Nordwand des Mount St. Helens und begrub das Tal des Toutle River unter einer massiven Gerölllawine. Vulkanasche stieg tausende Meter in den Himmel und verdunkelte den Tag in Washington und den angrenzenden Bundesstaaten. Der Ausbruch dauerte neun Stunden, doch die umliegende Landschaft wurde innerhalb von wenigen Augenblicken drastisch verändert. In einem Film hören wir, dass Bergsteiger, die den Berg kannten wie ihre Westentasche, kaum etwas wieder erkannten, als sie nach dem Ausbruch zurückkehrten. Der Spirit Lake war völlig verschwunden, der Gipfel des Mount St. Helens lag vor dem Ausbruch auf 2950 m. Heute ist der höchste Punkt des Vulkans auf 2550 m, etwa 1100 m über dem Tal. Welche Naturgewalt! 18 Millionen Bäume wurden danach neu gepflanzt. Es ist schon spät, wir brechen auf und fahren die 70 km lange Straße zurück. Eine wunderschöne Abendstimmung liegt über dem Silver Lake. Um 19.20 Uhr sind wir dann in Kelso.

Montag, 25. August 2014:


Heute steht ein längerer Fahrtag auf dem Programm, bis Pendleton sind es mehr als 400 km. Bald erreichen wir die Grenze zu Oregon. Auf der Interstate 5 fahren wir an Portland vorbei, gelangen auf die I-84. Ursprünglich wollte ich weiterhin auf der Autobahn bleiben, entschließe mich dann aber doch, bei Troutdale abzufahren und in die Columbia River Gorge zu fahren. Einen Teil davon durchfuhren wir im Vorjahr. Bei den Multnomah Falls halten wir, auch dieses Mal sind sehr viele Leute da. Dann fahren wieder ein Stück auf der Autobahn, bei Mosier verlasse ich sie erneut. Ein Stück folgen wir dem historischen Trail (Hwy 30), von einer Anhöhe gibt es einen phantastischen Blick über die Gorge. Adler kreisen über uns. Bei The Dalles fahren wir wieder zurück auf die Autobahn, wir müssen Kilometer fressen. Heute gibt es kein Picknick – wo auch? Auf der Autobahn? Um 17.30 Uhr treffen wir in Pendleton ein.

Dienstag, 26. August 2014:


Am Morgen leisten wir uns ein Frühstück im Rainbow Cafe, das wir in einem Magazin entdeckt hatten. Anschließend steht noch der Einkauf im Safeway auf dem Morgenprogramm. Alles erledigt, nun geht’s zum Tamaslikt Museum, das abseits der Straße, mitten in der Prärie liegt. Es ist ein sehr eindrucksvolles indianisches Museum, das von Natives eingerichtet wurde. Alle Räume liegen im Dunkeln, die Geschichte von der mystischen Gestalt Coyote wird an die Decke projiziert. Es ist heiß heute. 85 Grad Fahrenheit zeigt das Autothermometer, also fast 30 Grad Celsius. Bei La Grande verlassen wir die Autobahn und fahren auf der OR-82. Gelbe Hügel links und rechts der Straße, der wunderschöne Wallowa River begleitet uns, besser gesagt wir ihn. Wir fahren durch Enterprise und treffen dann gegen 18 Uhr in der Mountain View Lodge ein, wo uns der Mann im Büro mit „Hi, Californian Girls“ begrüßt. Wir stellen den Irrtum richtig, nur unser Auto ist mit kalifornischen Kennzeichen unterwegs, wir selbst hatten einen noch längeren Anreiseweg. Das imponiert ihm natürlich noch mehr. Wir erhalten eine große Cabin mit zwei Zimmer und einer Küche. Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben, fahren wir noch weiter zum Wallowa Lake und genießen dort den Sonnenuntergang.

Mittwoch, 27. August 2014:


Am Morgen machen wir eine kleine Wanderung zum Knights Pond im schönsten Morgenlicht. Dann besuchen wir das Grabmal von Chief Joseph, das auf einer kleinen Anhöhe liegt. Chief Joseph war der bekannteste Häuptling der Nez Perce Indianer. Die Nez Perce bewohnten ursprünglich Gebiete in den heutigen Bundesstaaten Washington, Oregon, Idaho und Montana. Das Gebiet umfasste die Flusstäler des Snake, Salmon, Grande Ronde und Clearwater River und erstreckte sich von den Bitterroot im Osten bis zu den Blue Mountains im Westen. Um 1800 lebten die Nez Perce in über 70 Dörfern, die sie meist an Flüssen errichteten. Durch die Eroberung des Westens durch die Weißen wurde der Lebensraum der Nez Perce immer mehr eingeengt. Ende der 1860er Jahre besaßen die Nez Perce nur mehr das Reservat im Wallowa Valley (Oregon). 1877 zogen die Indianer, angeführt von Chief Joseph, durch das Gebiet des heutigen Yellowstone-Nationalparks in Richtung kanadischer Grenze. Auf dem rund 2900 km langen Marsch lieferten sie sich mehrere Kämpfe mit der Armee. Kurz vor der Grenze mussten sich die letzten verbliebenen Nez Perce ergeben. 375 der 450 wurden nach Oklahoma deportiert. Die übrigen konnten nach Kanada fliehen. Wir fahren weiter zum Wallowa Lake, entlang des Sees bis zum Ende der Straße. Hier liegt ein ganzes Feriendorf, wir entdecken das „Matterhorn Village“ und „Heidis Shopping“. Mit der Seilbahn (Wallowa Lake Tramway - die steilste Seilbahn in der USA) fahren wir auf den Mount Howard – die Fahrt dauert 13 Minuten. Oben angekommen wandern wir zu zwei Aussichtspunkten. Am Village Overlook treffen wir auf unzählige Chipmunks, eines schafft es sogar bis auf meinen Hut. Bergaufzugehen ist ganz schön anstrengend hier, sind wir doch auf einer Höhe von über 2500 Meter. Wir lachen viel über eine sehr originelle Tafel: "In the summer time the most common species on Mount Howard is Touristus variablus, named for its variable size and plumage. This species appears end of May and may remain until October. It is frequently observed in the vicinity of the Summit Grill." (Anm:: Summit Grill ist das Restaurant bei der Seilbahnstation) Wieder im Tal angekommen, fahren wir nach Joseph, biegen rechts ab auf Hwy 350 und fahren bis Imnaha. Wunderschön liegen die Berge im Nachmittagslicht, das vertrocknete Gras schimmert golden auf den Hügeln. Traumhaft schön! In Imnaha wohnen 20 Leute, das Postamt versorgt insgesamt 146 Menschen auf den umliegenden Farmen. Das Geschäft gibt es schon seit 110 Jahren und ist zugleich auch Kneipe und Sozialzentrum, wie es den Anschein hat. Dann fahren wir noch eine Weile entlang des Imnaha Rivers und sind fasziniert von der Schönheit der Landschaft und dem Licht. Es fällt schwer, umzudrehen, aber es wird bald dunkel. Immer wieder stehen Rehe auf der Straße, ich fahre entsprechend langsam. .

Donnerstag, 28. August 2014:


Unsere heutige Etappe ist nicht sehr lang, also lassen wir uns Zeit und brechen erst gegen 10 Uhr auf. Wir besichtigen kurz den Ort Joseph, dann biegen wir Richtung Norden ab, zunächst ist die Landschaft eher eintönig, es gibt kaum andere Autos, hin und wieder ein Truck. Dann aber wird die Landschaft mehr als aufregend. Wir stoppen beim Joseph Canyon, wo die Nez Perce ihr Winterlager hatten. Bald tauchen Wälder auf, dann Berge und dann sind wir auf fast 1700 m Höhe, es sind wahrhaft eindrucksvolle Berge, ihre Basis sieht aus, als wäre sie aus überdimensionalen Zehen geformt. Tief unter uns schlängelt sich die Straße dahin. Es geht bergab ins Tal des Grand Ronde River, dann wieder bergauf. Und dann sind wir in Clarkston/Lewiston, die beiden Städte in zwei Bundesstaaten, getrennt vom Snake River. Im Hells Gate State Park gibt es ein Lewis und Clark Information Center, wo wir uns einen Film ansehen. Danach machen wir Picknick im Park und haben keine Lust mehr, zu wandern. Gegen 18.30 Uhr fahren wir zum Hotel, wo wir den Swimming Pool genießen. Dazu gibt es Live Country Musik von der Bar des Hotels, die direkt am Pool liegt.

Freitag, 29. August 2014:


Heute liegt ein landschaftlicher Höhepunkt vor uns, den ich zumindest teilweise schon kenne: der Lewis und Clark Scenic Byway. Wir fahren auf dem Hwy 12 ostwärts. Eine unglaubliche Landschaft tut sich vor uns auf, zunächst nur mäßig bewaldet, das ändert sich dann bald. Wir stoppen oft, weil es viele Heritage Sites gibt, mit Informationen über die Lewis & Clark Expedition sowie über die Nez Perce. Bald sind wir nur mehr von Wald umgeben, wir fahren entlang des Clearwater Rivers. Bei Kooskia treffen wir auf die US 13, hier bin ich im Jahr 2011 vom Süden kommend eingebogen. Die Landschaft ist traumhaft, von hier weg nur mehr Wald, kein Dorf, nichts. Nur der Lochsa River begleitet uns. Es ist unglaublich schön hier! Die Lewis-und-Clark-Expedition (14. Mai 1804 bis 23. September 1806) war die erste amerikanische Überlandexpedition zur Pazifikküste und zurück. Nach dem Kauf von Louisiana 1803 wollte der damalige Präsident Thomas Jefferson das Land weiter nach Westen ausdehnen. Er wählte seinen Privatsekretär Meriwether Lewis als Anführer, dieser bestimmte William Clark als Partner. Mehr als 40 Mann folgten dem Missouri River westwärts und erreichten am 7. November 1805 den Pazifik. Wir besichtigen die alte Lochsa River Ranger Station, für die Trails bleibt leider keine Zeit. Schade! An unserem heutigen Ziel ist es obendrein noch eine Stunde später, denn wir haben die Zeitgrenze von Pacific Time zu Mountain Time überquert. Heute habe ich sicher den Rekord an Fotostops gebrochen. Wir treffen am Lolo Pass ein, wo wir in der Lolo Hot Springs Lodge übernachten.

Samstag, 30. August 2014:


Schon wieder ist eine Woche vorbei! Heute haben wir einen Ruhetag. Nachts trommelt der Regen auf das Dach, aber morgens strahlt die Sonne vom Himmel. Wir wandern auf dem Crook River Overlook Trail, schöne gelbe Blumen säumen den Weg durch das "Wetland." Am Overlook sieht man die Stelle, wo Lewis und Clark eine Rast einlegten. Am Nachmittag wird das Auto aufgeräumt, danach fahren wir nach Missoula, wo ich schon mal vor drei Jahren war.

Sonntag, 31. August 2014:


Heute steht der nächste landschaftliche Höhepunkt auf dem Programm: Wir fahren entlang des Salmon River Scenic Byway auf dem Hwy 93. Anfangs begleitet uns noch die Bitterroot Range, eine Bilderbuchlandschaft. Die Bitterroots sind eine 500 km lange Bergkette, Teil der Rocky Mountains, und ziehen sich zwischen Idaho und Montana hin. In Darby, einer malerischen Westernstadt, machen wir Halt, es gibt einige nette Läden hier – und ein gutes Eis. Die Landschaft wird immer schöner, wir überqueren den Lost Trail Pass, ein historischer Pass über die Continental Divide, ein wichtiger Teil des Lewis & Clark Trails. Endlose Wälder, dann immer wieder Hügel mit vereinzelten Bäumen, gelbes Gras. Die Hügel sind gewellt, das Nachmittagslicht wirft tiefe Schatten. Unser Weg führt uns immer entlang des Salmon River, einer der wenigen völlig unregulierten, naturbelassenen Flüsse. Die Straße folgt genau dem Flusslauf, dementsprechend kurvig ist sie. Wegen seiner unbezwingbaren Stromschnellen wird er auch "river of no return" genannt. Bei Red Rocks machen wir ein spätes Picknick, dass Licht ist umwerfend. Dann fahren wir zurück nach Salmon, beziehen unser Motelzimmer und besuchen noch eine Bar.

Montag, 1. September 2014 (Labour Day):


Wir fahren in das Sacajawea Center, es ist der Shoshonenfrau Sacajawea gewidmet, die als Dolmetscherin und Kundschafterin für Lewis und Clark eine wertvolle Rolle spielte. Mehrmals konnte sie den Teilnehmern der Expedition das Leben retten durch ihre Sprachkenntnisse und ihr diplomatisches Geschick. Dann geht es weiter auf dem Salmon River Scenic Byway. Der Salmon River fließt über 675 Kilometer völlig ungehindert, er zählt zu den längsten natürlichen Flüssen des Landes. Lange, lange, geht es dahin, ohne dass wir eine Ortschaft durchqueren. Hinter Challis ist der Yankee Fork Historic State Park, wir besichtigen das sehr interessante Museum mit vielen antiken Gegenständen. Man empfiehlt uns den Besuch von Bayhouse, einer Ghosttown. Sie liegt nur 4 Meilen abseits der Straße, obwohl es eine gravel road ist, leicht zu befahren. Weiter geht die Fahrt, die Landschaft ist großartig an diesem Tag, unbeschreiblich schön, immer entlang des Salmon River, wild, ungezähmt. Da die Straße dem Flusslauf folgt, gibt es unzählige Kurven. Sehr abwechslungsreich, zunächst noch Wälder auf den Hügeln, später karger, abweisender, dann, je näher wir unserem Tagesziel kommen, wieder waldreich, felsig. Ein traumhaftes Licht liegt über Stanley. Gemäß der Ortstafel wohnen hier 63 Leute, aber es gibt sogar eine Ortstafel, die auf eine "Downtown" hinweist! Unser Navi kennt die Redfish Lake Lodge nicht, wir fahren zunächst eine falsche Straße, kehren um und fragen den Sheriff, der am Straßenrand auf Temposünder lauert. Mit seiner Beschreibung finden wir sie aber bald. Es ist schon 20.15 Uhr, als wir bei der Lodge ankommen. Die Lodge liegt traumhaft am Redfish Lake, die Cabins sind groß und geräumig.

Dienstag, 2. September 2014:


Jetzt werden wir ein wenig die Sawtooth Mountains erkundigen! Bereits auf dem Weg zur Straße finden wir einen sehr schönen See, der ganz ruhig im Morgenlicht liegt. Dann fahren wir einige Meilen auf dem Ponderosa Pine Scenic Highway zum Stanley Lake, ganz klar spiegeln sich die Sawtooths im See. Lange sitzen wir auf einer Bank und sehen uns das Naturschauspiel an. Danach fahren wir noch weiter zu einer Wildlife Watch Area. Zurück bei der Lodge, gehen wir zum See und fahren um 15.30 Uhr mit einem Boot eine Stunde lang über den See. Wir erfahren, dass früher alljährlich Millionen der immer seltener werdenden Sokeye-Lachse hier im See laichten, jetzt schaffen gerade noch 200 den 1500 km langen Weg bis hierher, die anderen gehen auf dem Weg über insgesamt 9 Staudämme zugrunde. Wir sehen auch, was das letzte Erdbeben vor etwa 30 Jahren anrichtete. Nach der Bootsfahrt gehen wir noch 1 1/ 2 Stunden wandern auf dem Fishhook Trail..

Mittwoch, 3. September 2014:


Abschiednehmen von unserer schönen Cabin, zunächst geht es südwärts auf dem Hwy 75 entlang der Sawtooth Range. Immer wieder gibt es großartige Overlooks auf diese Berge, kaum zu glauben, dass die Gipfel bis 3600 Meter hoch sind. Wir überqueren den Galena summit in einer Höhe von 2652 Meter. Die Stadt Ketchum, berühmt geworden durch Ernest Hemingway, enttäuscht uns ein wenig, trotz der sehr gepflegten Rasenflächen. Sie liegt am Ausgang der Sawtooth National Recreation Area. Wir biegen auf die US 20 ein, es geht Richtung Osten und die Landschaft verändert sich nun rasch, sie wird flacher. Dann treffen wir beim Craters of the Moon National Monument ein. Es handelt sich hier um ein Schutzgebiet im Zentrum der Ebene des Snake Rivers, es liegt etwa 1750 m über dem Meer. Dunkelgrau und schwarz präsentieren sich die Lavafelder, übersät mit bizarren Basaltbrocken. Dazwischen finden sich immer wieder gelbe Wildblumen, sie bilden einen schönen Kontrast. 2000 Jahre sind seit dem letzten Ausbruch vergangen. Die elf Kilometer lange, als Loop Road geführte Straße, führt durch einen kleinen Bereich. Ein kurzer Besuch im Visitor Center, und dann fahren wir die Loop Road und stoppen bei den angegebenen Stellen, um durch kurze Wanderungen das Gebiet zu erkunden. Dann geht es weiter, um 17.15 Uhr kommen wir bei unserem Motel in Arco an. Arco war die erste Stadt der USA, die Anfang der 50er Jahre mit Atomstrom versorgt wurde.

Donnerstag, 4. September 2014:


Weiter geht es auf der US 20, dann auf der US 33 bis Rexburg. Die Gegend ist öde und verlassen, deswegen gab es hier wohl die Atomwaffenversuche und lange Zeit war hier ein Sperrgebiet. Von weitem sehen wir die charakteristische Silhouette der Teton Range. Schön langsam ändert sich die Gegend, wird fruchtbarer, zunehmend gibt es Farmland. Weiter geht es bis Ashton, wieder auf der US 20, hier biegen wir rechts zum Mesa Falls Scenic Byway ab. Die Wasserfälle sind großartig und führen trotz der Jahreszeit viel Wasser. Zurück auf der US 20 fahren wir bei Big Springs zur Hütte von John Sacks. Sie ist leider schon geschlossen, aber das Abendlicht ist phantastisch bei unserer kurzen Wanderung. Gegen 19 Uhr treffen wir in West Yellowstone ein.

Freitag, 5. September 2014:


Es ist sehr kalt am Morgen – minus 3 Grad! Wir frühstücken im Zimmer und fahren gegen 8.15 Uhr vom Hotel ab. Wir fahren bis Madison Junction und dann südlich auf der Straße in Richtung Old Faithful. Wir folgen dem Firehole Canyon Drive, der dem Firehole River stromaufwärts begleitet, er windet sich an einem 244 m dicken Lavafluss vorbei zu den 12 Meter hohen Firehole Falls. Überwältigend sehen die Rauchwolken der Geysire in der kühlen Morgenluft aus. Dann fahren wir auf den Fountain Flat Drive, wo wir einige Bisons in der Entfernung sehen. Wir stoppen beim Lower Geyser Basin, gehen den kurzen Trail (Fountain Paint Pot) und sehen etliche Geysire. Da es noch sehr kühl ist, sind die Dampfschwaden dicht und wir können die Lakes nicht in voller Schönheit sehen. Dann fahren wir den Firehole Lake Drive entlang, bestaunen den Great Fountain Geyser und den White Dome Geyser. Weiter geht es zum Midway Geyser Basin, inzwischen ist es wärmer geworden. Hier befindet sich der größte Geyser, der Grand Prismatic Spring. Der Rauch, der über ihm steht, ist blau gefärbt, in einem wahnsinnig schönen Kontrast dazu, der orange gefärbte Boden. Unglaublich schön, es fällt einem schwer, den Blick abzuwenden. Der Grand Prismatic Spring ist so groß, dass man ihn einfach nicht fotografieren kann, dazu müsste man auf einen der Hügel gehen. Das macht aber heute keinen Sinn, die Luft ist noch kalt und somit der Rauch zu stark, man würde von oben nichts sehen. Nächster Stopp ist das Biscuit Basin mit einem kleinen Trail. Wir fahren weiter zum Upper Geyser Basin und erleben den Ausbruch des Old Faithful. Der Geysir ist beeindruckend, auch wenn man ihn schon kennt. Noch dazu gesellt sich ein Regenbogen zu den Wasser- und Rauchfontänen des Geysirs! Wir fahren zurück und sehen uns noch das Black Sand Basin an, das wunderschön im Abendlicht ist. Auf der Heimfahrt sehen wir einige Bisons und Hirsche. Kurz nach 20 Uhr sind wir dann in West Yellowstone.

Samstag, 6. September 2014:


Heute ist es nicht so kalt wie gestern: plus 4 Grad! Unser heutiges Ziel ist der Grand Canyon of the Yellowstone. Zunächst besuchen wir das Visitor Center in der Canyon Village. Die beiden Wasserfälle Lower and Upper Falls führen überraschend viel Wasser für die Jahreszeit. Natürlich stoppen wir bei jedem Aussichtspunkt und bestaunen die Schönheit des Canyons und der Wasserfälle und gehen immer wieder kurze Trails. So wird es Nachmittag, Zeit aufzubrechen, wir sind ja noch nicht fertig mit unserem heutigen Programm. Aber vorher gibt es noch ein Picknick. Leider ist die Straße Richtung West Thumb wegen Bauarbeiten gesperrt, wir müssen also zunächst nach Norris und Madison Junction zurück, um dann nach Süden Richtung Old Faithful abzubiegen. Dort angekommen machen wir uns auf den Weg in Richtung Morning Glory Pool. Der Trail führt entlang des Firehole River. Es ist traurig, den Morning Glory zu sehen. Seine Farben verlieren immer mehr an Leuchtkraft, vor drei Jahren waren sie noch deutlich intensiver. Hier wurden Tonnen verschiedenen Materials von Touristen hineingeworfen, was die empfindlichen Bakterien, die für die Farben verantwortlich waren, zerstört hat. Erst gegen 22 Uhr kommen wir heute, doch ziemlich müde, in unserem Hotel in West Yellowstone an.

Sonntag, 7. September 2014:


Heute fahren wir über Madison, Norris und Canyon Junction bis Tower Roosevelt. Ein sehr kurzer Trail führt zum Aussichtspunkt zum Wasserfall. Hier stürzt das Wasser des Tower Creek 40 m in die Tiefe, unmittelbar vor der Mündung in den Yellowstone River. Wir fahren weiter ins Lamar Valley, unterwegs sehen wir große Büffelherden. Bei Soda Creek machen wir unser Picknick und kehren dann um. Wir stoppen bei den Artist Paintpots, die einen schönen Abschluss dieses Ausflugs bilden. Artist Paintpots ist eine kleine, aber sehr farbenprächtige „thermal area“, die uns ausgesprochen gut gefällt. Der 1,6 km lange Trail führt durch einen Teil der Wälder, die 1988 dem großen Brand zum Opfer gefallen sind. Um 18 Uhr sind wir zurück in West Yellowstone, besuchen noch das Imax-Kino. Wir sind beide traurig, denn morgen ist unser letzter Urlaubstag.

Montag, 8. September 2014:


Unser Tagesziel heißt heute Idaho Falls, von wo wir den Heimflug starten werden. Es gäbe einen kurzen Weg dahin, ca. 130 km. Ich entscheide mich aber trotzdem für den längeren, da er zweifelsfrei der schönere und interessantere ist. Leider ist der Teil der Grand Loop zwischen Old Faithful und West Thumb gesperrt. Wir müssen daher nochmals den großen Umweg fahren: Madison, Norris, Canyon Junction, dann südwärts nach West Thumb. Um 8 Uhr brechen wir von West Yellowstone auf. In West Thumb gehen wir noch einen Trail und sehen einige schöne Pools und Cones zum Abschied. Auf dem Hwy 89 geht es südwärts in Richtung der Tetons. Bei den Lewis Falls stoppen wir, dann geht es weiter durch den Grand Teton National Park, hier sind die Bäume schon herbstlich gefärbt. Dunkle Wolken stehen drohend über den beeindruckenden Bergen. Wir machen Picknick auf dem Platz „Arizona Island“, wo ich schon zweimal zuvor war. Als wir Jackson erreichen, schüttet es so stark, dass wir nicht halten, sondern weiter über den Hwy 22 fahren. Sehr passend – die ganze Reise hindurch hatten wir wunderschönes Wetter, zum Abschied regnet es! Wir passieren den Teton Pass mit 2500 Meter. Bald schon hört der Regen auf und in Idaho erleben wir eine wunderschöne Abendstimmung. Um 19 Uhr treffen wir in Idaho Falls ein, das Hotel kenne ich schon. Es beginnt das große Einpacken, wir müssen heute auch noch das Auto am Flughafen zurückgeben, das Büro der Autovermietung öffnet morgen erst um 8 Uhr, wir fliegen aber früher ab. Die Trennung fällt schwer, es war uns ein treuer Begleiter, 5000 km hat es uns gedient. Mit dem Taxi geht es zurück ins Hotel. Dienstag, 9. September 2014: Um 6 Uhr verlassen wir das Hotel, fahren mit dem Taxi zum Flughafen und fliegen nach Denver. Wir steigen um in die Maschine nach Toronto, von dort weiter nach Wien, wo wir pünktlich am Mittwochmorgen landen. Eine tolle Zeit liegt hinter uns, wir haben so viel gesehen – auf insgesamt 5000 Kilometern - und es wird noch lange dauern, bis wir das verarbeitet haben. Die Reise war schlichtweg großartig! Tausende Fotos werden mich den Winter hindurch beschäftigen – und im nächsten Jahr? Hoffentlich gibt es ein Wiedersehen mit den großartigen Landschaften des amerikanischen Westens….